"Land und Leute"
Im Juni 2010 startete das Bürgerhaus in Zusammenarbeit mit dem Veranstaltungsservice der FAN eine neue Reihe: "Land und Leute" will einen Einblick vermitteln in Sitten und Gebräuche anderer Völker.
Die Veranstaltungsreihe arbeitet eng mit dem Interkulturellen Forum in Neumarkt zusammen. Der Referent für Ausländerfragen im Stadtrat, Rainer Hortolani, zeigt sich erfreut über die Initiative aus dem Bürgerhaus. Mitbürger mit Migrationshintergrund, die im Raum Neumarkt leben, zeigen ihr Land aus ihrer persönlichen Perspektive, stellen Musik, Brauchtum und einheimische Küche vor. "In Neumarkt leben Menschen aus mehr als 80 Ländern", berichtet Rainer Hortolani, " die Reihe kann also 15 bis 20 Jahre lang weitergeführt werden!"
Im Mittelpunkt jeden Abends steht das alltägliche Leben der Menschen, politische oder religiöse Fragen und Probleme bleiben draußen. Viel Raum ist für persönliche Gespräche - schließlich will die Veranstaltung einen Beitrag leisten zum Miteinander, zum gegenseitigen Verständnis und zur Integration.
Die Reihe "Land und Leute" soll in loser Folge etwa 3 bis 4 mal jährlich stattfinden. 
Wieder einmal war das Bürgerhaus gut besucht: eine neue Veranstaltung aus der Reihe „Land und Leute“ war angekündigt, denn Familie Strunz-Perez lud ein zu einem Abend „Weihnachten in Chile“. Auf ungemein lebendige Art und Weise nahmen sie das Publikum mit nach Südamerika. Gemeinsam wurde musiziert und gesungen, wobei der achtjährige Simon mit seinem Geigenspiel ganz besonderen Beifall erntete. Spanische Weihnachtslieder unter heißer Sonne am Strand – für Neumarkter Bürger eine eher ungewohnte Vorstellung. Trotzdem konnte das Ehepaar Strunz-Perez die Besucher zum Mitsingen motivieren.
Darüber hinaus nahm Bernhard Strunz die Gelegenheit wahr, über sein Schulprojekt „Colegio Alemán Amadeus“ zu berichten, eine private Grundschule in Chile, die den musischen und künstlerischen Bereich fördern und Kindern den Zugang zu Musik und Kunst ermöglichen will. Ohne staatliche Zuschüsse ist die Schule allerdings ausschließlich auf das private Engagement möglichst vieler Unterstützer angewiesen, umso mehr, als viele Familien in Chile in sozial schwachen Verhältnissen leben und somit das Schulgeld für die Kinder nicht aufbringen können. Die zahlreichen köstlichen Kostproben, original hergestellt von Marcela Strunz-Perez, wurden für einen kleinen Unkostenbeitrag verkauft und fanden reißenden Absatz. Bernhard Strunz und seine Frau Marcela waren sehr zufrieden mit dem Verlauf des Abends. „Wir konnten unsere Schule vorstellen und die Leute dafür interessieren. Jede Spende erleichtert unsere Arbeit. Dafür sind wir sehr dankbar,“ betonten die beiden.
Wer weitere Informationen über das Schulprojekt der Familie Strunz-Perez in Chile sucht, kann sich direkt an Bernhard Strunz wenden (Tel. 09181 / 5209557). 
September 2011
Afghanistan, ein Land im Krieg, geprägt von Armut, Not und Zerstörung – dieses Bild hatten wohl die meisten Besucher im Bürgerhaus im Kopf, als sie sich am Montag Abend zur siebten Veranstaltung der Reihe „Land und Leute“ einfanden. Seit nunmehr etwa 1 ½ Jahren organisiert die Freiwilligen Agentur Neumarkt dieses Projekt. Ausländische Mitbürger, die in Neumarkt leben, stellen ihr Herkunftsland aus ihrer ganz persönlichen Sicht vor.
Diesmal hatte sich Farzana Gerlach bereit erklärt, interessierte Neumarkter Mitbürger in ihre Heimat Afghanistan „mitzunehmen“. Seit nunmehr 19 Jahren lebt sie in Deutschland, seit 2004 in Neumarkt und ihr liegt daran, die negative Vorstellung, die hierzulande von Afghanistan vorherrscht zu verändern. Einen ersten Eindruck bekamen die Zuhörer, als sie gemeinsam mit einer Freundin in landestypischer Tracht auftrat: die wunderschönen farbigen, mit Stickereien verzierten Gewänder erregten große Bewunderung.
Mehr als 5000 km trennen die islamische Republik Afghanistan in Zentralasien vom nur halb so großen Deutschland, ein Land, das zu drei Viertel aus unzugänglichen Gebirgsregionen besteht und nur 26 Millionen Einwohner hat. Lebendig und anschaulich erzählte Farzana Gerlach von Familie und Kindheit in ihrer Heimat, beschrieb die große Freundlichkeit und Gastfreundschaft, aber auch die beschwerlichen Lebensbedingungen auch heute noch in Großstätten wie Kabul, wo Strom- und Wasserversorgung keine Selbstverständlichkeiten sind, besonders aber in abgelegenen Dörfern, wo Bauern unter einfachsten Bedingungen Getreide, Gemüse und Früchte anbauen oder von Ziegen- und Schafzucht leben. Doch auch Handwerk und Kunstgewerbe sind in Afghanistan lebendig: Stick- und Webarbeiten, Schmuckstücke mit Gold und Halbedelsteinen vermittelten einen Eindruck von der Handwerkskunst.
Damit aber nicht nur der Kopf „gefüttert“ wird, hatte Frau Gerlach verschiedene landestypische Kostproben vorbereitet. Die Besucher probierten gerne und bei mit Milch und Kardamom zubereitetem Tee ergab sich viel Gelegenheit, ina Gespräch zu kommen.
Viel Lob erhielt Farzana Gerlach für ihre lebendige Präsentation. „Man spürt bei jedem Wort die Liebe zu ihrer Heimat, das hat mich sehr berührt!“, meinte eine Besucherin am Ende des Abends.
Der nächste Abend der Reihe findet im Dezember statt: Marcela Strunz-Perez wird dann Weihnachten in Chile vorstellen.  - Marcela Strunz-Perez - Chilenin mit Leib und Seele
Juli 2011
Bereits zum sechsten Mal lud die Freiwilligen Agentur Neumarkt FAN zu einem Abend der Reihe Land & Leute ein. Erstmals stand ein nicht europäisches Land auf dem Programm: Marcela Strunz-Perez stellte ihre Heimat Chile vor – 5000 km zwischen Peru und Antarktis.
Die Chilenin lebt mit Unterbrechungen seit mehr als 10 Jahren mit ihrer Familie in Deutschland, seit einigen Jahren in Neumarkt, und hatte sich bereit erklärt, einen Abend lang den Neumarkter Bürgern von ihrem Land zu erzählen. Das Interesse war überaus groß – um 19 Uhr war jeder Platz im Bürgerhaus besetzt, etwa 80 Personen hatten sich eingefunden.
Chile ist ein Land mit vielen Geheimnissen, schneebedeckte Berggipfel wechseln sich ab mit langen unberührten Stränden, zu Tal stürzende Wasserfälle mit trockenen Wüstengebieten. Marcela Strunz-Perez verstand es in unvergleichlich lebendiger Weise das südamerikanische Land am Pazifik zu präsentieren, schwärmte vom milden Klima, das im ganzen Jahr Obst und Gemüse reifen lässt und inzwischen immer mehr Touristen anlockt. Anschaulich wurde ihr Vortrag durch eine Vielzahl von Bildern mit überwältigenden Landschaften, aktiven und ruhenden Vulkanen, Aufnahmen von nahezu unberührter Natur mit reich blühenden Wiesen nach einem kurzen Regenguss und spielenden Pinguinen in Patagonien. Im Kontrast dazu präsentiert sich die Hauptstadt Santiago - eine moderne, quirlige Großstadt mit hoch aufragenden Bürotürmen neben 200 Jahre alten Villen, ausgedehnten Parkanlagen und gut ausgebautem U-Bahnsystem.
Kurz wurde auch über eine Grundschule im Wohnort von Frau Strunz-Perez berichtet, die sie dort gemeinsam mit ihrem deutschen Ehemann seit mehreren Jahren aufbaut und eine rein private Initiative darstellt.
Die vorbereiteten landestypischen Kostproben fanden großen Zuspruch bei den Besuchern. Mit Herz und Humor konnte Marcela Strunz-Perez für ihre Heimat begeistern, so dass sich mehrere Zuhörer bereits über eine Reise in das südamerikanische Land informierten.
Der nächste Abend in der Reihe Land & Leute findet am 20 Oktober statt. Aynur Altug wird dann ihre Heimat Türkei vorstellen. 
Mai 2011
"Kommen Sie mit mir, ich bringe Sie nach Tadschikistan", lud Eleonore Lebtag die zahlreichen Besucher im Bürgerhaus ein, während sie jedem eine Tasse grünen Tees anbot. "Die Tasse darf aber höchstens halb voll sein, alles andere wäre unhöflich," erklärte sie den Brauch aus ihrer Heimat, Gäste immer mit etwas Tee zu empfangen. Mit viel Engagement, unterstützt von zahlreichen Fotos, stellte sie schießlich das Land in Zentralasien, angrenzend an Afghanistan und China vor, das zu zwei Dritteln von Hochgebirge bedeckt ist. Überwältigende Landschaften mit ganzjährig schneebedeckten Gipfeln, reißenden Gebirgsflüssen und abenteuerlichen Schluchten prägen das Bild. Besonders anschaulich schilderte sie die Baumwollernte, eine Arbeit, bei der schon immer auch die Kinder helfen mussten. Tadschikische Baumwolle ist von hoher Qualität und ein wichtiges landwirtschaftliches Produkt. Doch längst gibt es auch das moderne Tadschikistan: die Hauptstadt Duschanbe zeigt sich als moderne Großstadt. Für sie sei Tadschikistan das schönste Land der Welt, auch wenn sie schon seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebe, beteuerte Eleonore Lebtag, als sie die interessierten Zuhörer schließlich zu landestypischen Kostproben einlud. "Sie müssen probieren, das schmeckt alles sehr gut!", versicherte sie. Bei Tee, Likör und Knabbereien ergab sich viel Gelegenheit zum Austausch und Plaudern.

Viele Jahrzehnte lang war Albanien ein fremdes Land am Rande Europas - kaum jemand unternahm eine Reise dorthin, Informationen gab es wenig. Erst seit den 80er Jahren erfolgte eine langsame Öffnung nach dem Westen.
Mimosa Marku, seit 9 Jahren in Deutschland, verstand es wunderbar, die mehr als 50 Zuhörer im dicht besetzten Raum des Bürgerhauses für ihr Heimatland zu interessieren. Mit viel Engagement erzählte sie aus ihrer Kindheit und Jugend, beschrieb die oft schwierigen Bedingungen des Lebens in einem Dorf Albaniens ohne Strom und fließendes Wasser, angewiesen auf einfachste Transport- und Verkehrsmittel, da das einzige Auto, das weit und breit zur Verfügung stand (und im übrigen Frau Markus Vater gehörte), nur für dringende Fahrten zur Verfügung stand.
Heute zeigt sich Albanien als aufstrebendes Land, das sich bemüht, seinen Rückstand zu den europäischen Ländern aufzuholen. Die zahlreichen Besucher sahen Tirana als moderne Großstadt, Landschaften zwischen Gebirge, unberührter Natur und mediterraner Küste. Gute, vergleichsweise günstige Hotels, gepflegte Anlagen, lange Strände, interessante Kultur und Tradition fördern den Tourismus.
Mimosa Marku nahm die Zuhörer mit vielen Fotos mit in ihre Heimat und machte neugierig, umso mehr, als sie anschließend einlud, die selbst zubereiteten landestypischen Köstlichkeiten zu probieren.Das Fazit des Abends: Ein Eindruck aus Albanien mit allen Sinnen!
Der nächste Abend in der Reihe "Land und Leute" findet am 5. Mai statt.

Den dritten Abend in der Reihe „Land und Leute“ gestaltete Ljuba Schäfer. Sie lebt seit mehreren Jahren in Deutschland und stellte um Bürgerhaus ihr Heimatland Moldawien vor. Sie führte die zahlreiche Zuhörer in ihr Heimatland, erzählte von einer wechselhaften Geschichte in einem Land mit vielen Gesichtern. Kultur und Tradition, Landschaften und Städte wurden lebendig. Anschaulich wurde ihr Bericht durch viele Bilder, zahlreiche davon aus Kindheit und Jugend, und vor allem durch eine Kostprobe moldawischen Liedgutes: den Abschluss einer sehr interessanten und anrührenden Präsentation bildete der Vortrag eines moldawischen Volksliedes, das sie selbst auf dem Akkordeon begleitete.
Die Besucher konnten schließlich aus einem sehr vielseitigen Büffet moldawische Köstlichkeiten probieren. „Der Abend hat uns ein Land nahegebracht, das mir bisher eigentlich ziemlich unbekannt war,“ äußerte sich Besucher, „ich kann mir vorstellen, dorthin eine Reise zu unternehmen und alles, was Frau Schäfer uns heute gezeigt hat, mit eigenen Augen zu sehen!“
Agiroula Kragiopulos verstand es, ihr Heimatland Griechenland mit viel Herzblut darzustellen. Das Leben innerhalb der Familie, im kleinen Dorf nicht weit von der Küste, schien kurzzeitig im Bürgerhaus einzukehren. Familientraditionen, Feste im Jahreslauf, Kochen und Essen, regionale Nahrungsmittel - alles schien vor den Augen und Ohren der Zuhörer, die den Raum im Bürgerhaus bis auf den letzten Platz gefüllt hatten, zu erscheinen.
Um die griechische Lebensart mit allen Sinnen erleben zu lassen hatte Agirula Kragiopulos verschiedene landestypische Leckereien zubereitet - die Besucher ließen sich nicht zweimal bitten und probierten!
Der nächste Abend aus der Reihe "Land und Leute" stellt das Land Moldawien vor. 17. Juni 2010
Rolf Sohler-Zinner, gebürtiger Rumäne aus dem Banat, führt durch seine Heimat Rumänien - ein Land voller Kontraste. Fast unbesiedelte Bergmassive, weiträumige landwirtschaftliche Anbauflächen, Küstenlandschaft mit modernen Touristenanlagen und pulsierende Großstädte - nahezu jedes Bild präsentierte einen ganz neuen Blick auf das Land an der Schwarzmeerküste im Süden Europas. Kulinarische Eindrücke gab es ebenfalls: Der Verein Valores mit Johann Kerner hatte kleine landestypische Köstlichkeiten vorbereitet.  - Rolf Sohler-Zinner verstand es, seine Zuhörer für seine Heimat Rumänien zu interessieren; Organisatorin Margit Meier (re.) war überaus zufrieden mit der "Premiere" des Reihe "Land und Leute".
 - Bei diesem Büffet konnte niemand widerstehen.
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