Schüler unterstützen Senioren beim Wii-BowlingWii-Bowling-Meisterschaft in NeumarktSenioren an der Wii-Spielekonsole – passt das zusammen? Es passt sogar sehr gut, das bewies die erste Neumarkter Wii-Seniorenmeisterschaft, die im Mai 2011 in drei Neumarkter Senioreneinrichtungen durchgeführt wurde.
Die Idee dazu entwickelten zwei Studenten der Hochschule für Soziale Arbeit in München. „Niemand ist zu alt für Spiel und Sport,“ erklärt Josef Kiener, einer der beiden Initiatoren des Projekts, „außerdem fehlt älteren Menschen in Heimen oft Bewegung. Wir bringen die Wii in die Senioreneinrichtungen und führen dort einen Bowling-Wettbewerb durch.“ Unterstützt werden die beiden durch Schüler der Mittelschule West. Damit die Kids gut vorbereitet sind, nehmen sie zuvor an einem Sozialkompetenztraining teil, wo sie scheinbar einfache Dinge wie lautes und deutliches Sprechen oder geduldiges Zuhören üben. Um zu spüren, wie sich Altsein anfühlt, werden sie von den beiden Sozialpädagogen in sogenannte AgeMan-Anzüge gesteckt und erleben so die Einschränkungen des Alters am eigenen Körper.
Erst danach gehen die Schülergruppen in die Senioreneinrichtungen und betreuen dort die beiden Spielerteams mit je 4 Mitspielern. Sie zeigen den Senioren, wie das Bowling mit der Konsole funktioniert und unterstützen sie beim Wettbewerb. Drei Neumarkter Einrichtungen kämpften um die Siegerprämie – das BRK-Seniorenheim Woffenbach konnte schließlich mit der höchsten Punktwertung eine Wii-Konsole in Empfang nehmen. Nicht nur die Senioren freuten sich über die ungewohnte Aktivität und die Urkunde, die jeder Teilnehmer erhielt, auch die Kids waren begeistert: „Mir hat es sehr gut gefallen, es war schön, mit den alten Menschen zu spielen und ihnen zu helfen. Ich war überrascht, wie gut alle, auch die Rollstuhlfahrer, mit der Wii zurecht gekommen sind,“ erzählt Patrizia. „Man denkt immer, die alten Leute können gar nichts mehr. Das stimmt überhaupt nicht, alle waren interessiert und haben sich angestrengt. Ganz besonders stolz waren die, die eine Medaille bekommen haben,“ ergänzt der 14jährige Julian. Alle Schüler waren sich einig, dass die Teilnahme am Wii-Projekt ihnen ganz neue Erfahrungen vermittelt hat. 8 der 22 beteiligten Schüler haben bereits zugesagt, zukünftig einmal wöchentlich im Seniorenheim mit den Bewohnern an der Wii-Konsole zu spielen.
Finanziert wird das Projekt „Jung macht Alt Wii-fit“ im Rahmen des Förderprogramms „Stärken vor Ort“ unter der Trägerschaft der Freiwilligen Agentur Neumarkt FAN e.V.. Zielgruppe sind Jugendliche, die für ihren Einsatz ein Zertifikat erhalten. Projektleiterin Inge Meier ist sehr zufrieden mit dem Erfolg des Projekts. „Ich denke, es ist uns gelungen, die Senioren geistig und körperlich zu aktivieren, die Schüler zu motivieren und für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen. Vielleicht ergeben sich für die Jugendlichen auch beruflich neue Perspektiven. Auf jeden Fall hat es gezeigt, dass viele Vorurteile über alte Menschen und ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten nicht zutreffen.“ Auch die beiden „Erfinder“ des Wii-Projekts, Josef Kiener und Markus Deindl beurteilen die Neumarkter Seniorenmeisterschaft sehr positiv. „ Wir werden in diesem Bereich weiter arbeiten; es geht darum, Generationen zu verbinden, alte Menschen auch im hohen Alter zu aktivieren und Jugendliche für die Arbeit mit alten Menschen zu motivieren,“ erläutert Markus Deindl. Es ist eine Möglichkeit, eine Brücke zwischen Jung und Alt zu schlagen und zusammen Spaß zu haben. Mehr über das Wii-Senioren-Projekt: www.wii-senioren.de
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